Lebenslinien
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Tauchen Sie ein in die bewegende Lebensgeschichte von Ronny Thoma, dem Gründer von Anormal

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Schon in seiner Kindheit wurde er von turbulenten Ereignissen, Kriminalität und einer familiären Vorbelastung in Bezug auf Sucht geprägt. Seine Welt als unschuldiges Kind wurde durch Umstände erschüttert, die niemand durchleben sollte. Die Verwüstung, die dadurch entstand, konnte er sich nicht einmal in seinen wildesten Träumen vorstellen. Die ohnehin schon vernachlässigte Beziehung zu Liebe und Geborgenheit wurde durch den Missbrauch eines Bauern noch tiefer in einen Mangel gestürzt. Damals konnte und wollte er nie darüber sprechen und verdrängte all diese schrecklichen Geschehnisse. Schwäche zu zeigen, schien ihm undenkbar. Doch seine Seele litt unter dieser Last enorm.

Mit fortschreitendem Alter festigten sich seine Muster und inneren Glaubenssätze zu eisernen Ketten. Autoritätspersonen waren für ihn ein Dorn im Auge, und aus den tiefen Abgründen seiner traumatischen Erfahrungen wuchs in ihm ein ungezähmter Durst nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Schon in jungen Jahren wurde er von einer faszinierenden Dunkelheit angezogen: Drogen. Mehr Geld, mehr Ansehen, mehr Frauen, mehr Drogen – ein teuflischer Strudel trieb ihn unaufhaltsam voran. Doch dieser verhängnisvolle Weg führte dazu, dass er sich immer wieder wegen Qualifizierten und mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz mit Polizei, Justiz und Anwälten auseinandersetzen musste.

Seine tiefe Abscheu gegenüber Autoritätspersonen trieb ihn zudem dazu, eine Reihe von Geschäften zu gründen – vom Malergeschäft über Tattoo-Studios bis hin zu einem Escortservice. Sein Leben spielte sich in einem schillernden Kosmos des Rotlichts ab, und obwohl er nicht stolz darauf war, öffnete ihm diese Erfahrung die Augen für das unermessliche Elend, das in den dunklen Ecken verborgen lag. Ronny versank 25 Jahre lang immer tiefer in einem Strudel aus exzessiven Drogenorgien, verlor sich in einem Nebel aus Rausch und Illusionen. So wurde er zu dem Mann, den er niemals sein wollte – ein selbst zentriertes, größenwahnsinniges Arschloch, das keine Gnade kannte.

Als Vater von fünf Kindern, die er mit vier verschiedenen Frauen hat, versuchte Ronny sein Bestes, ein guter Vater zu sein. Besonders als seine Tochter auf die Welt kam, die das Down-Syndrom (T21) hat, lernte er, wie es ist, wenn das eigene Kind aufgrund seiner Andersartigkeit angestarrt wird. Seinen Kindern verdankt Ronny sein Leben, denn ohne sie glaubt er nicht, dass er heute noch am Leben wäre. Doch sein ältester Sohn ist heute zu einer treibenden Kraft geworden, die ihn antreibt, jungen Menschen zu helfen, die kein festes Fundament im Leben erhalten haben. Obwohl er nicht bei Ronny aufwuchs, konnte er ihn nach unzähligen Versuchen aus Kolumbien zurück in die Schweiz holen. Doch sein Sohn litt unter den Folgen einer vernachlässigten Kindheit, seine Mutter ist schwer drogenabhängig, und er war sowohl physisch als auch psychisch verwahrlost. Der Stiefvater, ein verurteilter Sexualstraftäter, trug zusätzlich zur traumatischen Situation bei. Bis heute plagen Ronny unheimliche Schuldgefühle, dass er kein besserer Vater für seinen Sohn sein konnte. Doch heute lebt sein Sohn in den gleichen Mustern des Selbsthasses und Drogensumpfes. Ronny kann die Vergangenheit nicht ändern, aber er kann die Zukunft gestalten – nicht nur für seinen Sohn, sondern auch für viele andere Seelen, die nach Hilfe und Veränderung suchen.

Im Mai 2019 erreichte er einen weiteren Tiefpunkt in seinem Leben. Mit einer Überdosis im Krankenhaus wurde ihm klar, dass er eine Entscheidung treffen musste: Entweder er entscheidet sich für sein Leben oder er wird daran sterben. Mit Hilfe eines Programms, in dem Süchtige anderen Süchtigen helfen, fand Ronny den Weg in ein substanzfreies Leben. Tag für Tag lernt er seine Gefühle und Emotionen neu kennen und begegnet sich selbst und seinen Mitmenschen liebevoll. Heute setzt er sich bereits dafür ein, Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen. Er besucht Institutionen für suchterkrankte Menschen, teilt seine Geschichte und gibt Mut und Hoffnung denen, die fast keinen mehr haben. Ronny ist dankbar dafür, dass er ein neues Leben führen darf, während einige seiner Freunde noch immer auf der Straße leben. Er unterstützt sie und ist für sie da. Auch in seiner Firma beschäftigt er immer noch aktiv Süchtige, aber er versucht, sie nicht fallen zu lassen, sondern schenkt ihnen Mut und Hoffnung, wenn sie ein substanzfreies Leben führen wollen. Durch seinen Lebenswandel und seine Vergangenheit setzt er sich dort ein, wo wirklich Unterstützung und Hilfe benötigt werden.

Ronny erkennt frühzeitig, wenn Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten, und setzt dort an, um die Individualität der Menschen zu akzeptieren und nicht zu verurteilen. Besonders am Herzen liegen ihm Menschen mit Behinderungen und solche, die es im Leben besonders schwer hatten und kein festes Fundament erhielten.

Als Gründer wünscht sich Ronny, dass er mit der richtigen Unterstützung den Menschen eine Stimme und eine Aufgabe geben kann, wo es so dringend notwendig ist. Seine Geschichte ist eine Inspiration für alle, die sich in schwierigen Umständen befinden und nach Veränderung suchen. Wir laden Sie ein, uns auf dieser Reise zu begleiten und Teil unserer Community zu werden.

2 antwortet auf „Tauchen Sie ein in die bewegende Lebensgeschichte von Ronny Thoma, dem Gründer von Anormal“

  1. Thomas

    Liebe Livia, lieber Ronny
    Eure Ehrlichkeit und Offenheit in der Sendung DOK hat mich fasziniert, beeindruckt und regelrecht überwältigt.

    Nach einem doch selber sehr intensiven Partyleben und dem Konsum von wohl fast allem was es gab oder noch gibt, besonders auch in der Gay-Szene, bin ich heute froh, dass ich noch lebe mit Mitte 60ig! Nach einer Coke Nacht als ich 49ig war hatte ich einen Herzinfarkt und diesen wie durch ein Wunder überlebt. Mein Partner war 20 Jahre sauber, hatte aber vor 2 Jahren einen erneuten Absturz und ist nun dank NA und AA seit einem Jahr wieder sauber. Ich selbst hatte immer und habe es bis heute noch, …eine gute Selbstkontrolle, bin im Sommer als «Old Party Daddy» gerne noch an 2-3 Day-Party’s aber immer mit Vernunft! Das Problem ich kann nicht aufhören, denn ich liebe noch immer die Musik und das Ambiente! Mein jüngster Sohn fragte mich im letzten Sommer auch schon: «Papi wo isch din Stop Schalter?»

    Euch beiden wünsche von Herzen alles Gute und viel Erfolg mit ANORMAL, liebi Grüess und Hug, Thomas

    1. anormalfashion

      Lieber Thomas

      Vielen herzlichen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte – sie haben uns sehr berührt. Es braucht viel Mut, so reflektiert über das eigene Leben, die Höhen und auch die schwierigen Momente zu sprechen.

      Umso mehr freut es uns, dass du heute hier bist und deinen Weg gehst. Deine Geschichte zeigt, wie viel Kraft in einem Menschen steckt – und auch, wie wichtig es ist, sich selbst immer wieder ehrlich zu begegnen.

      Dass du die Musik und das Ambiente noch liebst, können wir gut nachvollziehen. Gleichzeitig hast du selbst schon sehr treffend beschrieben, wie wichtig deine „Selbstkontrolle“ und Vernunft für dich sind. Vielleicht ist genau dieses Bewusstsein dein persönlicher „Stop-Schalter“ – nicht als harter Schnitt, sondern als etwas, das dich begleitet und schützt.

      Die Erfahrung deines Partners zeigt zudem, wie wertvoll Unterstützung und Gemeinschaft sein können. Es ist schön zu hören, dass er wieder auf einem guten Weg ist.

      Wir wünschen dir von Herzen weiterhin viel Gesundheit, gute Momente – ob auf der Tanzfläche oder im Alltag – und dass du gut auf dich achtest.

      Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.

      Liebi Grüess und en liebe Hug zurück
      Livia & Ronny

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